Freitag, 10. Mai 2013

Kapitel 4 - Teil 14

Mir war der schwarz gekleidete Zwerg von Anfang an unsympathisch gewesen und das machte ihn mir nicht unbedingt sympathischer. Auch meine Vorbehalte Keller gegenüber wurden wieder aufs übelste bestätigt.
 
“Wir sind hier auf Befehl von Oberst Kraus unter militärischem Befehl und fordern unsererseits Einlass.”
 
Vielleicht erzählt ihm der Idiot auch noch, wo unser Bunker liegt.
 
“Dazu gibt es keinen Anlass. Auch wenn sie einem militärischen Kommando unterstehen, untersteht das Militär disziplinarisch noch immer unserem Kommando, weshalb ich sie noch mal bitten möchte, die Fahrzeuge zu verlassen, zurückzutreten und anschließend ihre gepanzerten Fahrzeuge zu übergeben. All dies ist natürlich im Interesse unseres Landes. Das werden Sie sicher verstehen.”
 
Man musste kein Genie sein, um zu erraten, dass Keller es auch jetzt noch schaffen würde, die Situation weiter zu verschärfen.
 
“Das werden wir nicht. Unsere beiden Begleitfahrzeuge haben ihre Kanonen bereits auf Ihr Tor gerichtet und werden feuern, sollten Sie es wagen uns auch nur ein Haar zu krümmen. Dann können Sie ja schauen, wo Sie bleiben.”
 
Gott, was hasste ich den Kerl. Aufgeblasener, wichtigtuerischer Wicht, der immer noch dachte, alles und jeder hätten nach seiner Pfeife zu tanzen.
 
Aber irgendwie schienen seine Wort bei dem Kleinen doch etwas bewirkt zu haben, denn plötzlich gesellten sich weitere Wachen auf die Brüstung, die auch eine kabelgesteuerte Panzerabwehrwaffe bei sich trugen. Man musste Sebastian einfach lieben.
 
“Nun”, höhnte der Zwerg “In dem Fall werden wir uns auch zu verteidigen wissen. Ich bitte Sie noch mal, unserer Aufforderung Folge zu leisten.”
 
Ich hatte die Schnauze voll. Scheiß auf Befehle und scheiß auf Sebastian. Einmal noch tief Luft geholt und die Vorstellung konnte beginnen. Schwungvoll riss ich die Tür auf und sprang nach draußen. Ohne ein Wort zu sprechen, ging ich zu unserem bisherigen Wortführer, versetzte ihm eine Ohrfeige und noch bevor er reagieren konnte, stieß ich ihn in den Wagen zurück. Sein kleiner Buchhalterfreund glotzte mich über die Ränder seiner Brille entsetzt an, bevor er sich dazu entschloss, sich ebenfalls in das Fahrzeug zu flüchten. War vielleicht besser so, weil ich für das, was ich vorhatte, so wenig Idioten wie möglich, um mich herum brauchen konnte.
 
In meine folgenden Worte legte ich so viel Überzeugungskraft, wie mir angesichts der angespannten Situation noch zur Verfügung stand.

 “Bitte entschuldigen Sie das ungeschickte Auftreten meines Stellvertreters. Selbstverständlich werden wir Ihren Befehlen nachkommen, möchten aber gerne die Gelegenheit nutzen, uns für eine Zusammenarbeit zu empfehlen und unsere Ressourcen mit Ihnen zu teilen. Sofern Sie uns Einlass gewähren, könnten wir über zukünftige Projekte austauschen und unsere weitere Unterstützung besprechen. Sie sehen übrigens toll aus in Ihrer Uniform.”

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