Dienstag, 28. Mai 2013

Kapitel 4 - Teil 32

„Ok, hör zu. Ich hab keine Ahnung, woher du das weißt und ich weiß auch nicht, warum ich dich nicht umgebracht hab, aber ich schwöre, dass ich das nachholen werde, wenn du jemand ein Wort davon erzählst, hast du mich verstanden du kleines Stück Scheiße?“
 
Mit der Vereinbarung konnte ich leben und nickte nur zur Bestätigung. Währenddessen wurde sein Freund vor der Tür langsam ungeduldig:
 
„Scheiße Killer, was ist los? Soll ich euch vielleicht allein lassen, du alte Schwuchtel?“
 
Mit dem Ärmel wischte er sich die Träne aus dem Gesicht, schüttelte sich noch einmal und drehte sich um, während eine Hand nach mir griff und mich nach vorn katapultierte.
 
„Ich reiß dir gleich dein schwules Arschloch auf du dreckiger Niggerfreund“, erwiderte Benny seinem Kumpel, während ich nur mühsam schaffte mein Gleichgewicht zu halten. Damit war alles zwischen Trollster und Bubba gesagt.
 
Zusammen brachten sie mich allein zu El Kommandante, der noch immer in seinem Palast residierte. Im Vorzimmer verbarg Anabela ihre wunderhübschen Augen hinter einer Sonnenbrille, die nicht ganz die blaue Schwellung um das linke Auge verbergen konnte. Eindeutig gegen den Türstock gelaufen, hätte Bennys Vater gesagt.
 
„Nehmen Sie doch Platz, Herr Vilsmeier“, begrüßte mich der örtliche Befehlshaber übertrieben freundlich, während sich meine beiden Bewacher links und rechts hinter mir positionierten und mir fest ihre Pranken auf die Schultern pressten. Neben Erwin hatte sich Sackschneider positioniert, der mich aus seinen verdorbenen Augen musterte und die vordergründige Freundlichkeit seines Vorgesetzten Lügen strafte.
 
„Schön, dass Sie als vielbeschäftigter Anführer die Zeit gefunden haben, mir Ihre Aufwartung zu machen. Wissen Sie, ich will gar nicht so sehr um den heißen Brei herumreden. Seit über einer Woche sind Sie bereits unser Gast. Sie werden doch gut behandelt, oder? Natürlich werden Sie das. Nun, wie gesagt über eine Woche und wissen Sie, irgendwas an Ihrer Geschichte stimmt mich misstrauisch, nicht wahr Sackschneider?
 
Ja, also seit Sie ihre Freunde weggeschickt haben, haben wir nichts mehr von ihnen gehört und auch der zuvor rege Funkverkehr ruht seit dem. Seltsam, nicht wahr? Wochenlang funkt ihr täglich Stundenlang ins Nirvana einer toten Welt und plötzlich nichts mehr. So oder so gibt es dafür nur zwei Erklärungen. Die erste, und die würde mir persönlich gar nicht gefallen, wäre, dass Sie nicht der sind, der Sie vorgaben zu sein.

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