Donnerstag, 30. Mai 2013

Kapitel 4 - Teil 34

Natürlich hatten wir etwas zu verlieren. Dort lebten unsere Familien und unsere neuen Freunde. Was erwartete dieser größenwahnsinnige Spinner? So blieben wir weiter stumm und El Kommandante wartete vergeblich auf positive Rückmeldung.
 
„Nun, ich sehe, dass Sie sich offensichtlich dazu entschlossen haben, mir bei meiner kleinen Suche nicht so ohne weiteres behilflich zu sein. Herr Sackschneider, wären Sie so freundlich?“
 
Noch bevor wir den Sinn seiner Worte verstanden, hörten wir Sebastian aufheulen und riss den Kopf nach rechts. Dieses elende Schwein von einem degenerierten Menschen stand hinter Keller und in seiner Hand hielt er einen ungefähr 30 Zentimeter langen Schlauch, der gerade zum zweiten Mal auf unseren Kameraden herab sauste. Die Wucht des Aufschlags überraschte mich, bis ich erkannte, dass der Schlauch nicht leer war, sondern einen dicken Kabelstrang ummantelte, der wieder und wieder mit extremer Wucht auf unseren ehemaligen Anführer unserer Expedition herab sauste.
 
Instinktiv wollte ich aufspringen, wurde aber von meinen beiden Bewachern brutal niedergedrückt. Wieder und wieder jagte das lose Kabelstück auf Sebastians geschundenen Körper herab. Knochen brachen, Sehnen rissen und die Haut platzte an unzähligen Stellen auf. Als er schließlich Blut spuckend in sich zusammenbrach hörten die Schläge auf und Sebastians Wächter lockerte den Griff um seine Schulter, so dass er vom Stuhl auf den Boden krachte. Zur Krönung zog die feige Ratte seine Pistole, richtete sie auf den am Boden kauernden und feuerte ihm eine Kugel in den Hals.
 
Dem austretenden Blut nach zu urteilen, traf er dabei die Halsschlagader. In Fontänen verteilte sich das Blut im Raum. Auch Martin wurde von dem roten Lebenssaft benetzt, was den panischen Gesichtsausdruck in seinem Gesicht noch verstärkte. Der am Boden liegende dagegen machte keine Versuche mehr, die Blutung zu stillen, noch schien er überhaupt zu realisieren, dass er gerade starb. Er starb einfach.
 
Davon unbeeindruckt und geradezu verspielt, tänzelte der Handlanger des Kommandanten hinter Martin. Mit zitternden Händen fuhr der über sein Gesicht, betrachtete das Blute darauf und übergab sich schließlich in einem großen Schwall. Der ätzende Gestank verteilte sich sogleich im Zimmer und sorgte auch bei mir für plötzliches Unwohlsein. Tatsächlich machte mir der Gestank der Kotze mehr zu schaffen, als mein toter Kamerad am Boden, der eben sein Leben ausgeblutet hatte.

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