Freitag, 14. Juni 2013

Kapitel 4 - Teil 48

Als die Sonne aufging, schlugen wir zu. Die Luftwaffe bombardierte ihre Nester und die Panzer rückten nach. Es war einfach. Nach den Panzern kamen wir und radierten aus, was übrig geblieben war. Nicht überall war es so einfach. In Wohngebieten, die von der Bombardierung verschont blieben, trafen wir auf teils heftigen Widerstand und mussten uns mehr als einmal zurückziehen. Aber nur kurz, denn die Bomben brachen auch den heftigsten Widerstand. In den Fällen leider nicht ohne zivile Verluste. Kollateralschäden. Nichts, worüber wir uns Gedanken machen wollten.
 
Am Ende des Tages unterschätzten wir aber unseren Gegner. Noch im Laufe des Tages rotteten sich die Überlebenden zusammen und attackierten uns koordiniert auf breitem Feld. Wieder traf es die Zivilisten und wieder war es uns egal. Wir zogen uns in unsere gesicherten Stellungen zurück und schickten die Bundeswehr raus, die Wehrlosen zu verteidigen. So im Nachhinein war das vielleicht alles keine so gute Idee, aber es konnte ja keiner wissen, dass es so ausgehen würde. Zum Glück hatten wir vorgesorgt und die Nahrungsmittelreserven unter unsere Kontrolle gebracht. Die Ernährung ist eintönig, aber macht satt. Naja, das dürftest du mittlerweile schon gemerkt haben.“
 
„Danke“, murmelte ich und überdachte die neuen Informationen. Natürlich konnte das immer noch ein Zufall sein, noch konnte ich mir nicht sicher sein. Ich musste so viele Informationen wie möglich herausfinden.
 
„Du hast doch die Eierköpfe erwähnt. Was machen die hier für Experimente?“
 
„Nicht so schöne Sachen. Die haben einen ganzen Zellentrakt für sich, in dem sie Monster gefangen halten. Die meisten sind ehemalige Soldaten, die sich verwandelt haben. Ein paar haben sich nicht verwandelt und sie schneiden sie auf, um herauszufinden warum. Warum sie sich verwandeln, oder eben auch nicht.“
 
Noch ein Treffer.
 
„Du meinst, sie töten sie und schneiden sie dann auf, um Hinweise zu finden?“, hakte ich nach.
 
Energisch schüttelte Benny den Kopf.
 
„Nein, nicht töten. Sie schneiden sie auf. Die Eierköpfe betäuben sie,  binden sie auf einen Tisch und schneiden sie auf, sobald sie wieder bei Sinnen sind. Sie sagen, dass die Veränderungen nur an einem lebenden Körper beobachtet werden können. Tote Körper würden nicht mehr von der veränderten Fisis oder so ähnlich profitieren.
 
Die großen starken bleiben dabei ganz ruhig. Du siehst nur ihr unheimliches Funkeln in den Augen und weißt genau, dass sie sich auf dich stürzen würden, wenn sie nur könnten. Bei den anderen ist das anders. Die schreien. Keine menschlichen Schreie, aber auch nicht die Schreie eines mir bekannten Tiers. Es sind unglaubliche Schreie, schmerzerfüllt und zugleich grausam. Obwohl ich in meinem Leben viel Scheiße gebaut hab, war selbst mir das zu viel. Keiner tut da unten gern Dienst, nur diese jüdischen Eierköpfe haben ein perverses Vergnügen an dem, was sie tun.“

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