Mittwoch, 3. Juli 2013

Kapitel 4 - Teil 67

Nur noch zwei Verteidiger standen zwischen Benny und Sackschneider, der hektisch an seinem Halfter zog und verzweifelt seine Waffe zu ziehen versuchte.

Der erste hatte es mittlerweile geschafft sein Gewehr in Anschlag zu bringen, aufgrund der kurzen Entfernung aber zu spät. Wie Schraubstöcke legten sich Bens Finger um den Lauf, rissen kurz daran und stießen den Lauf auf den Adamsapfel des unvorsichtigen Soldaten. Der andere war etwas schlauer und versuchte die Schläge des Angreifers zu parieren. Der erste Schlag verpuffte an der verteidigenden Haltung des Verteidigers, nicht aber ohne ihm höllische Schmerzen zu bereiten. Sein Gesicht verzerrte sich, als ihn die Faust wie ein Dampfhammer auf die Arme traf. Der zweite Schlag durchbrach die schwache Abwehr und landete mitten im Gesicht. Wie eine Welle breitete sich die Wucht des Schlags im Gesicht aus, warf ihn nach hinten und hätte eigentlich gereicht, den Mann außer Gefecht zu setzen. Stattdessen jagte Ben noch einen Schlag hinterher, der in der Magengegend detonierte und die Innereien des Manns sicher nachhaltig durcheinander gewürfelt hatte.

Vielleicht waren das die Sekundenbruchteile, die es Sackschneider erlaubten seine Waffe zu ziehen und in Anschlag zu bringen. Vielleicht war es aber auch einfach nur Pech. Dabei sah es eigentlich gut aus. Die hinter uns in Stellung gegangen Wächter hatten bereits den Rückzug angetreten. Von den vier Schwarzhemden waren nur noch zwei übrig, während die anderen zwei in wilder Panik in den Versammlungsraum flüchteten. Ja, es sah eigentlich gut aus. Dann krachte der Schuss wie ein Donnerschlag durch den Trakt. Wie ein Blitz schlug er ein und riss dabei ein Loch in Bens Schulter. Der Schmerz zuckte kurz durch seinen Körper und für einen Moment wirkte es so, als hätte er die Wunde einfach ignoriert. Dann donnerte es erneut und ein zweites Geschoss bohrte sich in seinen Oberschenkel.

Mit den Schüssen kehrte der triumphierende Gesichtsausdruck auf Sackschneiders Gesicht zurück und siegessicher hob er die Pistole auf Kopfhöhe. Er hatte gewonnen. Wer sollte ihm jetzt seinen Sieg noch streitig machen? Einmal den Abzug gedrückt und all seine Probleme lösten sich in einer Wolke aus Blut und Innereien auf. Einfach so. Es war so einfach. Nach Ben war ich an der Reihe und mir stand schlimmeres als der Tod bevor.

„Richt deinem Alten einen schönen Gruß von mir aus“, rief Albert seinem Opfer zu und hob die Pistole noch ein Stück weit an.

Plötzlich wurde ich von Dunkelheit umhüllt. Meine erste Vermutung, dass ich erneut in eine Art Trance verfallen war, bestätigte sich nicht, denn Schüsse blitzten auf und erhellten für Sekundenbruchteile die Szenerie. Ich sah Ben, wie er mit eingezogenem Kopf auf Sackschneider zustürzte. Der feuerte weiter, erhellte wie ein Stroboskoplicht immer wieder kurz die Szenerie, die sich in Standbildern entfaltete. Trotz seiner Verletzungen und seiner Körperfülle hechtete Ben wie ein Raubtier nach vorne. Nächster Schuss. Sackschneiders Arm mit der Pistole hing in der Luft, darunter hing der Körper und am anderen Ende stand Ben, die rechte Faust zum Schlag ausholend. Wieder Dunkelheit, der nächste Schuss. Bens Faust kollidierte mit dem Oberkörper des Wachkommandanten und wieder Dunkelheit. Ab sofort erhellten keine Schüsse mehr den Ort der Auseinandersetzung. An ihre Stelle traten Geräusche, die mehr als deutlich machten, dass Killer seinem Namen gerade mehr als gerecht wurde. 

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