Dienstag, 23. Juli 2013

Kapitel 4 - Teil 87

Meine Bedenken festigten sich, als sich das Meer vor uns nicht mehr teilte. Regungslos standen sie vor uns und erwarteten uns ruhig. Auch als Anabela keinerlei Anstalten machte, ihre Fahrt zu verlangsamen, standen sie weiter wie eine unverrückbare Einheit vor uns. Noch mindestens über hundert Meter erstreckten sich ihre Leiber. Eine undurchdringliche Masse an Leibern, die auch bei voller Fahrt und besseren Straßenbedingungen für uns unüberwindbar war.  

aufhalten würden. Dessen gewahr rief ich Anabela zu die Fahrt zu verlangsamen und obwohl ihr Gesicht wenig Zustimmung ausdrückte, hob sie ihren Fuß vom Gaspedal und verlangsamte so unsere Fahrt.

Der Schnee bremste die Geschwindigkeit nur unwesentlich ab und noch immer viel zu schnell schossen wir auf die erste Reihe zu. Erst wenige Sekundenbruchteile vor dem Aufprall sprangen sie zur Seite und gaben immer nur so viel Weg frei, dass die nächste Reihe nicht von unserem Kühler gerammt wurde. Gleichzeitig sah ich sie im Rückspiegel ihre Krieger, wie sie hochsprangen und auf unserem Fahrzeug landeten. Wo sie konnten krallten sie sich fest und belasteten das Fahrzeug mit ihrem Gewicht.

Zu viele von ihnen brachten den Wagen aus der Spur und plötzlich noch gerade dahin rollend brach das Heck aus und drehte den Wagen nach links. Fluchend versuchte Ana gegen zu lenken, schaffte es aber nicht, die Vorderachse zurück auf die Spur zu bringen. Im nächsten Moment krachte etwas gegen unsere Seitenwand und dem ersten Aufprall folgten viele weitere. Mit der ganzen Restwucht krachten wir gegen Reihen der Monster, die mit ihren Körpern unsere Fahrt so weit verlangsamten, dass wir schließlich nach wenigen Metern zum Stillstand kamen.

Noch immer zur Seite gedreht sah ich, wie unsere Verfolger auf die ersten Reihen stießen. Dieses Mal sprangen sie nicht zur Seite. Mit vollem Körpereinsatz stemmten sie sich gegen die Motoren der gepanzerten Transporter und opferten sich für das Kollektiv. Hunderte starben durch den Aufprall, zerfetzte Körper wurden hochgeschleudert und über die Köpfe der anderen hinweg geschleudert. Die anderen wurden unter den schweren Reifen zerquetscht und hinten wie Abfall ausgespuckt.

Aber auch die schweren Fahrzeuge konnten die Wand aus Körpern nicht durchbrechen und verloren kontinuierlich an Geschwindigkeit. Schon schloss sich die Wand hinter den nachfolgenden Fahrzeugen wieder und dann begann der Gegenangriff. Wie auf ein stummes Kommando stießen sich die Krieger vom Boden ab und landeten auf den Fahrzeugen unserer Verfolger. Während ihre scharfen Krallen an der Panzerung der Militärfahrzeuge keine Schäden anrichteten, schnitten sie durch das dünne Metall und die Planen der Begleitfahrzeuge wie ein heißes Messer durch Butter.


War bis eben die Szenerie in unheimliche Stille getaucht, die nur durch Motorengeräusche unterbrochen wurde, setzte jetzt ein Geheul aus Tausenden Kehlen ein, das so schnell verstummte, wie es eingesetzt hatte. Was dann folgte, war einer Explosion nicht unähnlich. Ein Ruck ging durch die Leiber und die Fahrzeuge verschwanden unter einem undurchsichtigen Gewimmel. Wie Wellen schlugen sie auf, brandeten über die Fahrzeuge hinweg und mit jeder Welle schrumpfte der Radius der Wellenbewegungen bis nach und nach die ersten Fahrzeugwracks darunter auftauchten. Türen waren herausgerissen, Fenster zerschlagen und von den Insassen fehlte jede Spur. Nur da, wo zuvor die gepanzerten Fahrzeuge standen, wollten die Wellen nicht enden und zirkulierten hin und her. 

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