Sonntag, 28. Juli 2013

Kapitel 4 - Teil 92

Die Reaktionen blieben nicht aus, aber weder Schläge noch dauerhafte Penetration konnten meinen Schutzschirm durchbrechen. Ich war apathisch und musste zwangsernährt werden. Ausgerechnet von Gruczynsky erhielt er den Rat, es mit einer Schocktherapie zu versuchen. Tja, der Schock konnte größer nicht sein. Aber das war noch nicht genug. Ich musste mit ansehen, wie meiner Tochter diese verdammte Musik vorgespielt wurde, und wie sie langsam zu einem dieser Monster wurde.

Das schlimme war, dass die Verwandlung von diesen verdammten Eierköpfen hinausgezögert wurde und ihr kindlicher Körper für ihre Experimente genutzt wurde. Nie werde ich ihre hilflosen Schreie vergessen, die aus dem Mund dieser monströsen Gestalt kamen und nichts mehr von dem hatten, was meine Tochter ausgemacht hat. Innerhalb weniger Tage war sie mir fremder als alles andere auf dieser Welt geworden.

Immerhin ließ er sie am Leben und versprach sogar sie freizulassen, wenn ich mich dafür ihm ganz und gar hingeben würde. Ich willigte ein und durfte beobachten, wie ihr betäubter Körper vor das Tor gelegt wurde. Stundenlang stand ich dort auf dem Wachturm, blickte auf sie herunter und beobachtete, wie sie aufwachte und irgendwann benommen davon torkelte. Nach einigen Minuten war die Wirkung des Betäubungsmittels endgültig abgeklungen, und mit einigen schnellen Sätzen verschwand sie aus meinen Augen.

Was dann folgte war die Hölle. Jeder Versuch, mich wieder zurückzuziehen scheiterte und nicht selten bestrafte er mich, wenn ich es wieder nur über mich ergehen lassen hatte. Es war so demütigend, seinen beißenden stinkenden Atem zu riechen, seinen abartigen Schwanz zu berühren und ihn in mir zu spüren. Nicht nur einmal überlegte ich ihm sein Ding einfach abzubeißen, gestand mir dann aber ein, ein gebrochener Mensch zu sein. Es war mir einfach irgendwann gleichgültig und klammerte mich innerlich an jenen Tag im Sommer, während ich alle Erinnerungen an den Tag ihrer Verwandlung zu verdrängen suchte.

Als ihr angekommen seid, hatte ich neue Hoffnungen geschöpft. War ich bisher davon ausgegangen, dass nur noch Schwarzhemden und Monster dort draußen ihr Unwesen trieben, wart ihr der Beweis, dass es noch Menschen gab. Richtige Menschen. Mit der Hoffnung reifte ein Plan und ich begann, die Steuerungsroutinen der Verriegelungen auf meinen Rechner umzuleiten. Zum Glück sind die meisten Schwarzhemden genauso dumm, wie sie aussehen. Ein auf der Krankenstation eingesetzter Sanitäter konnte mich dabei heimlich unterstützen und hat mir ein Makro gebaut, dass die komplette Steuerung auf Knopfdruck auf allen Konsolen deaktiviert.

Leider blieb unser Tun nicht gänzlich unbeobachtet, wurde von meinem Liebsten aber falsch beurteilt. Sebastian landete in einer Zelle, ich kassierte eine Tracht Prügel“, erzählte sie und deutete mit dem Finger auf das fast verblasste Veilchen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen