Montag, 14. April 2014

Trashfilmabend of the Dead Reloaded Part 2


Andreas: Waren die beiden vorangegangenen Filme noch irgendwie auf eine schlechte Art und Weise konventionell, entzieht sich Forbidden Zone jedweder Konvention komplett.



Der Film ist von Richard Elfman, bekannter ist wahrscheinlich sein Bruder Danny Elfman. Trotzdem scheint auch Richard Musik zu lieben. Oder zu hassen.


(Danny Elfman als Satan)

Auf jeden Fall hat er mit Forbidden Zone ein abgedrehtes Musical produziert, das sich an so was ähnlichem wie einer Handlung entlang hangelt, Charaktere grundsätzlich als Parodie ihrer selbst präsentiert und dem Zuschauer einiges abverlangt. Sinnlose Szenen werden aneinander gereiht, hirnlose Dialoge abgespult und die Songs überzeugen mal mehr, mal weniger. Alles in einer abgedrehten frühen MTV-Ästhetik, bei denen einzelne Ausschnitte nur einen unvollständigen Blick auf das Gesamtwerk erlauben.



Dadurch sind die Ausschnitte jetzt daheim auf Youtube nicht ganz so grausam, wie dieses Machwerk in voller Länge. Khalil wird sicher gern bestätigen, dass ich den ganzen Film über mit einem großen WTF im Gesicht dem Geschehen versucht habe zu folgen und mehr als einmal den Tränen nahe war. Aber weder Bitten noch Flehen konnten das Herz Khalils erweichen und ich blieb mit meinen Fragen allein.

WAS WILL MIR DIESER FILM SAGEN????
WARUM SINGEN DIE DIE GANZE ZEIT????
WARUM MACHEN DIE DAS???

Meiner vom Alkohol geschwängerten Meinung, dass dieser Film die Grauen des Holocausts in 73 Minuten Film quetscht, ist im nachhinein sicher etwas geschmacklos, drückt aber meine Gefühlslage während des Schauens ganz gut aus.

Irgendwie Rocky Horror Picture Show in pervers und abgedreht.

Funfact: Der Film wurde nachcoloriert.

Eyecandy: Die Blonde mit den nackten Titten Die blonde Charakterdarstellerin

Khalil: Mit dem nächsten Streifen habe ich es meinem Publikum wirklich nicht leicht gemacht, denn Forbidden Zone von Richard Elfman hält sich an keine gängigen Filmregeln und Konventionen, sondern ist wie Andreas schon erkannt hat, der kleine fiese Bruder der Rocky Horror Picture Show, gegen den diese äußerst zahm wirkt.

Zur Handlung - durch eine Tür gerät Frenchy in die Forbidden Zone, eine Paralleldimension, in der sie allerlei seltsamer Leute trifft, die seltsame Dinge machen und seltsame Lieder singen.

Den Film als reinen Trash abzutun ist eigentlich nicht richtig, in den USA genießt der Streifen beinahe größeren Kultstatus als Rocky Horror, nur in unseren Breitengraden ist das Ding wirklich nur eingefleischten Cineasten ein Begriff.

Aber tatsächlich sitzt man, wenn man das Ding das erste Mal sieht, einfach fassungslos vor dem Fernseher - das mag an den vollkommen durchen Figuren liegen, an den zum Teil haarsträubenden Gesangseinlagen, der Handlung, ach, einfach an allem - macht euch anhand des Trailers selbst ein Bild, oder noch besser, schaut euch das Ding komplett an, am besten unter dem Einfluss jeder Menge psychoaktiver Drogen. :)



Ob es wohl an dem Film oder der Uhrzeit lag, dass sich dann alle Gäste, bis auf Andreas, auf den Heimweg gemacht haben? :)

Khalil: Anyway, kommen wir zum letzten Streifen, der ein Herzenswunsch für Andreas war, der sich Endzeit aus Italien gewünscht hat, und genau das bot der letzte Streifen, zudem ist er eine seltene Mischung aus Endzeit und Tier-Horrorfilm.

Riffs 3 - Die Ratten von Manhattan, seines Zeichens von dem italienischen Z-Regisseur Bruno Mattei inszeniert, hat eigentlich mit der Riffs Serie, die ja durchaus Kultstatus genießt, herzlich wenig zu tun und wurde meines Wissens auch nur in Deutschland als Fortsetzung zu The Riffs verkauft. Im Grunde ist der Film nur ein Horrorflick schlechtester Sorte in einem Endzeitszenario.

Die Welt ist schon wieder in eine atomare Katastrophe marschiert, nur die Riffs haben diese, wie auch immer, überlebt. Auf der Suche nach Essbaren finden sie ein Laborkomplex, in dem wohl geforscht wurde, wie man die Katastrophe überleben kann und finden dort jede Menge essbarer Dinge, Wasser, ja und...Ratten. Jede Menge Ratten! Ratten, die ihnen schon bald zeigen, dass sie die wahren Herrscher nach der Katastrophe sind und nach und nach die Riffs dezimieren.

Selbst nach Maßstäben für Endzeitfilme aus Italien ist der Film wirklich scheiße pur, den schlechten Schauspielern gönnt man den Tod, die FX sind so unfassbar schlecht, dass selbst ein Ittenbach mit Black Past schon Besseres vorgelegt hat, ganz zu schweigen von den Rattensequenzen, bei denen es sich übrigens um weiße Ratten gehandelt hat, die man einfach mit schwarzer Farbe angesprüht hat. Auch sehr schön war es mit anzusehen, wie man "MILLIONEN VON RATTEN" umgesetzt hat, bei denen es sich meist um eine Handvoll gehandelt hat, die meistens sehr lustlos irgendwo rumsaßen.

Und der Schluss erst...spätestens da brüllt man vor unfreiwilliger Komik lauthals los. :)
Jedenfalls, es dürfte kaum einen schlechteren Regisseur als Herrn Mattei geben, das hat der Streifen eindrucksvoll bewiesen. :)



Andreas: Ja, e
s war schon spät, als exklusiv für mich noch zwei Trashgranaten abgefeuert wurden. Nach einem emotionalen Abschied von den übrigen Gästen gab's endlich den erhofften Italo-Endzeit-Trasher, die wir doch alle so lieben. Oder ich zumindest.

Mit Riffs 3 gab’s gleichzeitig auch einen Nachfolger zu einem Titel, den wir bereits in einer früheren Session schätzen gelernt haben. The Riffs als schlecht zu bezeichnen, würde dem Film nicht gerecht. Natürlich wirkt er aus heutiger Sicht unfreiwillig komisch, wird aber nicht umsonst als Kultstreifen geschätzt. Beim dritten Teil verhält es sich da etwas anders.

Die Riffs haben die Auslöschung der Menschheit überlebt. Wie sie das geschafft haben, bleibt ihr Geheimnis. So dämlich, wie die sich während des Films anstellen, kann das nur an einer fortgeschritten Strahlenimmunität liegen, ausgelöst durch das Vakuum in ihren Köpfen.

Ja, nun, trotz des Vakuums haben sie es geschafft, in ein Forschungslabor einzudringen, das irgendwie nach allem möglichen, aber nicht nach Forschungslabor ausschaut. Dort stoßen sie auf Kisten voller Vorräte, die gleich mal hemmungslos geplündert und verschwendet werden. Klar, warum auch sparsam damit umgehen?

Neben den Vorräten stoßen sie aber auch noch auf Leichen. Und Ratten. Könnte da ein Zusammenhang bestehen?

Dann geht's auch schon Schlag auf Schlag und nach und nach wird die Gang durch die umherstreifenden Rattenhorden, von denen man selten mehr als zehn auf einmal sieht, dahingerifft, äh... rafft.

Hier vereint sich wirklich das ganze Elend des italienischen Kinos der frühen Achtziger. Eine banale Handlung trifft auf eher weniger als mehr begabte Darsteller, billigste Kulissen, schlechte Dialoge und einen unfähigen Regisseur. Super!

Funfact: Im Abspann wird ein komplett anderer Filmtitel genannt

Eyecandy: Der Typ mit dem Vollbart

Wie Khalil weiter unten charmant andeutet, bin ich langsam in Morpheus Arme gesunken, weshalb ich zu Weltkatastrophe 1999 nichts mehr schreiben kann. Gut, die ersten fünf Minuten flackerten noch undeutlich an meinem Auge vorbei, bevor mich die Müdigkeit dahin gerifftrafft (wenn ich eins an dem Abend gelernt hab: einen schlechten Witz kann man durchaus zweimal bringen!) hat. Danach war aber Zapfenstreich und nur gelegentlich wurde ich von irgendwelchen Störgeräuschen kurz aus dem unruhigen Schlaf gerissen.



 
Khalil: Auch wenn der letzte Streifen quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit, dafür mit einer neuen Tonspur (Andreas‘ Schnarchen) lief, verdient der Streifen dennoch eine Erwähnung - denn Weltkatastrophe 1999 ist in der Tat ein sehr seltener Streifen, von dem es nicht einmal in Japan eine legale DVD Fassung gibt und meines Wissens, außer einem VHS Release hierzulande, bisher nur einmal im Fernsehen auf RTL Anfang der 90er gelaufen ist.

Dazu kommt noch, dass der Film für den deutschen Markt mal eben fast eine Stunde geschnitten wurde, erwischt hat es meines Wissens hauptsächlich Dialoge, aber auch Szenen wie den Mutantenkampf vom Ende – die es wiederum, aus welchem Grund auch immer, dann bei RTL in die ausgestrahlte Fassung geschafft hat.



Weltkatastrophe 1999 handelt davon, wie ein Wissenschaftler, nachdem er die Prophezeihungen des Nostradamus gelesen hat, auf den Trichter kommt, dass diese sich langsam erfüllen und sich das Ende der Welt nähert; überflüssig zu sagen, dass ihm zunächst einmal Niemand glauben schenken mag. Der Film an sich mischt die Handlung um den Wissenschaftler mit zum Teil dokumentarischen Szenen von Katastrophen, bzw. auch mit gestellten Katastrophen, immer passend zu den Centurien von Nostradamus.

Und was die Katastrophen betrifft, da greift das Studio Toho wirklich in die Vollen und bietet dem geneigten Zuschauer wirklich alles – Wetterphänomene, sterbende Fischschwärme, die ans Ufer getrieben werden, Erbschäden durch Giftstoffe, mutierte Riesenschnecken, Hungersnöte, Flugzeuge, die durch eine Explosion ein Loch in die Ozonschicht reißen,  Eingeborene, die durch Strahlung, Chemie und whatever zu Kannibalen mutiert sind, Biker, die einen Massensuizid hinlegen, und, und, und – bemerkenswert ist vor allem das Ende, welches zeigt, wie es letzten Endes zu einer atomaren Katastrophe kommt und die letzten Überlebenden, 2 deformierte Mutanten sich um einen Wurm(!)
prügeln:


Tja, so kann’s gehen. ;)

Für das Studio Toho, welches ja vor allem Bekanntheitsgrad mit den Godzillafilmen erlangt hat, ist der Streifen überraschend ernst, wenngleich auch Szenen aus bereits gedrehten Filmen verwendet wurden, das Studio selbst bekam wohl auch ziemlichen Ärger mit Angehörigen von Hiroshima Opfern, weswegen der Film auch nach wie vor in Japan im Giftschrank verschimmelt und das Studio auch meines Wissens sich nicht mehr daran gewagt hat, ernste Themen aufzugreifen.

Generell würde ich selbst den Film auch nicht als reinen Gute-Laune-Trash abtun – dafür ist Vieles, was der Film aufgreift, dann doch eine Spur zu ernst. Aber Dank der Nebenhandlung gibt es dann schon Einiges, was den Film trashtauglich macht – hier seien nochmals die Nebenhandlung um den Professor erwähnt, der beispielsweise im Dschungel von Neuguinea auf Eingeborene stößt, die zu Menschenfressern mutiert sind.

Und gerade in einigen der ernstgemeinten Szenen erreicht der Film echtes Trashniveau, der Suizid der Biker/Hippies sei da mal erwähnt wie auch der Endfight.

Fazit: Eine sehenswerte, und dazu noch sehr rare Perle, allerdings nur bedingt trashtauglich.

Zurück zu Teil 1. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen