Mittwoch, 14. Oktober 2015

Trashfilmabend of the Dead V6 (Arthausu Edition) - Teil 2

Fortsetzung von Teil 1

Khalil: Bevor es zum dritten Film des Abends ging, gab es aus zwei echten Trashperlen noch die ersten 10 Minuten zu sehen. Beide hätten es verdient, im regulären Programm zu laufen, aber da der Abend schon gesetzt war, gab es eben das anstelle der üblichen Trailershow.




Ein herrlich politisch inkorrekter Amateurstreifen, der mit einer wirklich feinen Musikauswahl, Klischees aus jeder Ecke und nicht vorhandenem Budget glänzt. Dazu hat er in meiner Heimat Baden-Württemberg auch noch einen echten Kultstatus inne. Und im Gegensatz zu vielen Amateurproduktionen, die sich gerne zu ernst nehmen, besitzt er auch noch einen echten Unterhaltungswert, auch wenn der Film an sich deutlich zu lange ist.


Spezialkommando Feuervogel 

habe ich erst vor kurzem durch eine Aufführung im Werkstattkino durch den geheimnisvollen Filmclub Buio Omega entdecken können. Der Agentenstreifen mit einem Bruce Lee Double und einem James Bond Verschnitt Marke "wieso ist der überhaupt dabei???" ist allerdings eine Trashgranate vor dem Herren. Die ersten 15 Minuten punkten schon mit tennisspielenden Nackedeis sowie einen Stierkampf gegen einen sehr verhungert aussehenden Stier der besonderen Art - wo ist jedenfalls PETA, wenn man sie braucht?

Andreas: Da ich von den zwei Filmen nur die ersten 10 Minuten mitbekommen hab, spar ich mir mal jeden Kommentar dazu. Dei Mudder sei Gsicht kam leider trotz DVD-Veröffentlichung in kümmerlicher VHS-Kopie-Optik daher, was dem wohl schlechtem Quellmaterial geschuldet ist. Schade, weil das was man sehen konnte, war zwar dämlich, aber irgendwo unterhaltsam. Den attestierten Kultcharakter konnte ich indes nicht nachvollziehen, aber dazu hätte man den Film wahrscheinlich damals sehen müssen. Also damals nach dem Krieg. Ihr wisst schon.

Wer mag kann den ganzen Film auch auf Youtube schauen. Die Bildqualität ist auf DVD auch nicht besser. 

Gehen wir lieber weiter zum nächsten Film.

hab ich ja schon ganz frech in der Einleitung mit Hilfe eines billigen Wortspiels angeteasert. Und ich tu mich ehrlich gesagt schwer damit, den Film so halbwegs vernünftig zu besprechen.

Das fängt schon damit an, dass es kein wirklicher Trash ist. Der Film ist nicht per se schlecht, hat mich aber persönlich im gewählten Rahmen des Abends nicht wirklich angesprochen. Ganz im Gegenteil zu anderen, die den Film schon kannten und ihn entsprechend zu würdigen wussten.  Mich hat er dagegen eher ratlos zurückgelassen und ich fand ihn beim schauen auch dezent anstrengend. Das möchte ich aber, wie schon erwähnt, eher auf den gewählten Rahmen des Programms zurückführen.

Erschwerend kommt hinzu, dass der Film auf japanisch mit deutschen Untertiteln daherkommt. Zu einer Zeit, zu der der Alkohol bereits die ersten Sinne beeinträchtigt, eine schwierige Sache. Dann arbeitet der Film sehr stark über Symbolik, der auch nicht immer einfach zu folgen ist. Sehr gut dagegen die verwendete Tricktechnik, die - die Entstehungszeitraum des Films berücksichtigend - tatsächlich beeindruckend gelang.

Was wir der Handlung so halbwegs entnehmen konnten war eine Tante, die auf die Rückkehr ihres Manns wartet und währenddessen unverheiratete Frauen auffrisst. Blöd für die Mädchengruppe, die bei der Tante ihrer Freundin eigentlich eine unbeschwerte Zeit während der Sommerferien verbringen möchte. Danach wird’s blutig. Jedes der Mädchen wird tricktechnisch schön gemacht um die Ecke gebracht und da ist auch immer wieder diese Katze, die sich wie ein roter Faden durch den Film zieht.

Fazit: Die Katze war’s (© Robert)

Khalil: Nach den beiden Anteaserungen wurde es jetzt Zeit für ein echtes Schwergewicht, denn dass sich an Hausu die Geister scheiden werden, das war mir von vorneherein klar. Zudem ist Hausu tatsächlich ganz großes Kino und sicher nicht das, was man gemeinhin unter Trash versteht, sondern dürfte eher ins Arthouse Kino passen. Aber seine wirklich unfassbare Bildsprache, die irgendwo zwischen Groteske und surrealen Bildern ist, sorgt meines Erachtens für einiges an Unterhaltungswert.

Im Grunde ist Hausu eine klassische Geistergeschichte. Eine Schulklasse aus kreischenden japanischen Mädchen in Schuluniform macht Ferien in einem Haus und wird dabei auf äußerst kreative Weise eine nach der anderen um die Ecke gebracht. That‘s it. Das „wie“ ist aber das Besondere, selten werden Menschen so kreativ dahin gemeuchelt. Sei es, indem sie in einem Teppich versinken oder ein Klavier sie frisst. Grandios.

Wie auch die komplette Umsetzung des Films: Schnitttechniken aller Art, Doppelmontagen, wilde Bildcollagen, die in keinem Kontext auf den ersten Blick Sinn machen, Bilder, die sich irgendwo zwischen Postkartenidylle, Hyronimus Bosch sowie einem besonders abgedrehten Anime bewegen. Dazu kommt noch ein Soundtrack, der sich sprichwörtlich in die Synapsen brennt - nicht ohne Grund wird Hausu gerne als verrücktester Film aller Zeiten unter Cineasten abgefeiert und ich kann mich dem nur anschließen. Ganz großes, wenn auch nur schwer zu fassendes Kino, welches man auf jeden Fall mal gesehen haben sollte.

Wagt man sich an den Film, lässt es den Betrachter viele Lachattacken und und noch mehr große Fragezeichen und WTF Momente durchleben. Meinem Publikum scheint er jedenfalls zu weiten Teilen gefallen zu haben.

Also, absoluter Anschaubefehl, zumal es einen guten deutschen DVD Release gibt. Ich würde allerdings jederzeit die Fassung von Criterion vorziehen, die einen Kurzfilm des Regisseurs sowie einen sehr lesenswerten Essay über den Film mit an Bord hat.

Nach Ende vom dritten Film war bei einigen Filmliebhabern Aufbruchstimmung angesagt, aus gesundheitlichen Gründen war dies leider auch bei mir der Fall, aber zumindest habe ich den Jungs und der Dame noch den geplanten Abschluss eingelegt, der ebenfalls für Unterhaltung gesorgt haben dürfte.

aus dem Jahr 1982 ist der Beweis dafür, dass auch ein ordentliches Budget sowie eine Riege etwas talentierterer Schauspieler einen Film nicht davor retten können, in die Untiefen des Trashs abzustürzen. Dafür sorgt schon die Handlung, die sich gar nicht erst lange mit Erklärungen aufhält und irgendwie sehr an diverse Hintergrundgeschichten von Actionspielzeug ala G.I.  Joe erinnert.

Eine geheime Weltarmee aus aller Herren Ländern, angeführt von Mr. "Daumen hoch und Dauergrinsen an" Barry Bostwick als "Dallas", der schon „Riffraff“ in der Rocky Horror Picture Show geben durfte. Dem ein oder anderen ist er sicher auch als der Bürgermeister aus Chaos City bekannt - sein Spätwerk, wenn man so will.

Und natürlich führt die bestens ausgerüstete Weltarmee einen Kampf gegen böse Kommunisten(wir haben ja die Achtziger, gegen wen sonst soll das wohl angehen?) aus einem fiktiven Staat. Die Basis ist tatsächlich sehenswert und die Jungs mit den goldenen Uniformen haben auch ein paar nette Spielzeuge in Form von Motorrädern mit Raketen, Buggys etc. Gut, man könnte sich fragen, was ein paar Buggys gegen eine Panzerdivision ausrichten sollen, die zudem noch von einem alten Kumpel des Hauptprotagonisten angeführt werden, aber mei, nehmen wir es mal nicht so genau. Außerdem - die Guten haben sogar fliegende Motorräder!
Was den Streifen trotz echter Längen allerdings trashtauglich macht, ist wieder einmal die sehr launige Synchro. Sicher, auch das Original war von vornherein als Actionkomödie angelegt, die deutsche, wirklich sehr kreative Umsetzung wischt aber mit dem Original den Boden.
Beispiele gefällig?

„Ich bin von Megaforce, mein Name ist Dallas. – Dallas? Wie diese grässliche Fernsehserie?“
"Der Mann hat mehr akademische Grade als ein glühendes Thermometer!"
 „Sibirien ist noch zu gut für dich, ich werde dich nach Ostdeutschland schicken!“

Nehmt das, OV-Nazis!

Gepaart mit dem 80er Spielzeuglook, der launigen Synthiemusik und den doch passablen Effekten trotz Längen ein würdiger Abschlussfilm für den Abend. Das hoffe ich jedenfalls, persönlich war ich leider nicht mehr anwesend.

Und wer jetzt nach einer DVD Ausschau hält, den muss ich leider enttäuschen - im deutschen Gefilden ist der Film nur als Bootleg erhältlich, auch hier heißt es mal wieder warten und hoffen (auf Amazon kann man den Film vorbestellen. Als Termin wird Ende November angegeben. Anm. v. Andreas). Wie auch immer, damit endete dann der offizielle Teil der Nummer 6 und wie immer auch einen großen Dank an das Publikum, den Gastgeber, der wirklich einem tollen Job gemacht hat. Man kann davon ausgehen, dass es auch eine siebte Auflage geben wird, für das kommende Jahr habe ich da Einiges geplant, lasst euch einfach mal überraschen.

Andreas:  Zu Megaforce hab ich hier schon mal was geschrieben (was ich immer noch unterschreiben würde), deswegen spar ich mir hier ausschweifende Arien darüber. Nur der Hinweis, dass die späte Stunde ihren Tribut forderte, was Teilnehmerzahl und Aufmerksamkeit anging. Aber selbst in kleiner Runde konnten der berühmte „Daumengruß“ und die Fönfrisur des Hauptdarstellers noch überzeugen.

Fazit: Daumen geküsst und hoch!

Den Film gibt's komplett auf Youtube, einbetten wurde aber deaktiviert. Zum schauen geht's hier lang.

Ganz exklusiv hab ich dann mit Bomber noch

geschaut. So exklusiv, dass mir zwischendurch die Augenlider zugefallen sind. So exklusiv, dass sich selbst der Gastgeber mittendrin aufs Ohr gehauen hat und so exklusiv, dass ich selbst immer wieder weggenickt bin. Zwischendurch hab ich eine Sekte gesehen, die Harley David’s Sohn verehrt, irgendwas mit einem blauen Kristall (TADAAA) und ein Playmate, das versucht zu schauspielern. Und ein paar Knallchargen, die in ihren Rollen rum eiern. Oh, und an sich tolle Raumschiffmodelle gibt’s auch. Die wirken bei dem Film aber wie Perlen vor die Säue. Den Film würd ich gern zu früherer Stunde in größerer Runde nochmal sehen.


Fazit: Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für ein Playmate

Wer des Englischen mächtig ist, schaut hier rein: 



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen